Brailleschrift im Computer- und Handyzeitalter

Guten Tag, in diesem Post geht es noch einmal um die Innovation, die die Brailleschrift für vollblinde Menschen darstellt. Denn die moderne Technik zeigt auf besondere Art und Weise, wie flexibel, vielseitig und angemessen die Punktschrift ist, was sie als Kulturtechnik der Blinden leistet, und wie flexibel und leistungsfähig ihre Anwender mit ihr umgehen. Brailleschrift und moderne Technik Inzwischen schreiben blinde Menschen nicht mehr nur mit speziellen Punktschrifttafeln oder Schreibmaschinen. Sie sind mit der Arbeit an handelsüblichen Computertastaturen vertraut. Brailletastaturen können an Smartphones und Computer angeschlossen werden. Inzwischen gibt es sogar die Möglichkeit bestimmte Smartphones so einzustellen, dass eine Brailleeingabe über den Bildschirm des Handys geschrieben werden kann. Um den Computerbildschirm bei der Arbeit auslesen zu können, gibt es für Notebooks und Desktops verschiedene Screen Reader, die um eine Sprachausgabe oder einer so genannten Braillezeile erweitert sind. Dieser Artikel enthält eine kurze Information aus Wikipedia zu diesem Hilfsmittel. In Wikipedia werden Braillezeilen bzw Brailledisplays wie folgt beschrieben: “Die Braillezeile, kurz Zeile, oder Brailledisplay ist ein Computer-Ausgabegerät für Blinde, das Zeichen in Brailleschrift darstellt. Üblicherweise werden sie durch Screenreader angesteuert, die Zeichen in ausgewählten Bildschirmbereichen auslesen und in Computerbraille darstellen. Dadurch können Blinde große Teile der Standardsoftware benutzen und selbstständig am Computer arbeiten. Die Funktion der Brailleschriftdarstellung basiert auf dem piezoelektrischen Effekt speziell gezogener Kristalle, die sich beim Anlegen einer elektrischen Spannung verbiegen und damit dann einen Stößel als Punkt aus einer Fläche herausragen lassen, elektronisch gesteuert, um die Zeichen in Blindenschrift aufzubauen. Die Benutzer können mit ihren Fingerkuppen die Zeichen abtasten. Es gibt Braillezeilen, die 20, 40 oder 80 Zeichen darstellen können. An der Braillezeile sind Steuertasten angebracht, mit denen der dargestellte Bildschirmausschnitt verschoben werden kann. Da für die Arbeit am Computer mehr Zeichen notwendig sind, als sich mit sechs Punkten darstellen lassen, wird zu den drei Punktzeilen der Standard-Brailleschrift oft eine vierte Zeile hinzugefügt, sodass acht Punkte zur Verfügung stehen. Auf diese Weise erhält man 256 Kombinationen. Die Codierung der Standardzeichen bleibt dabei jedoch weitestgehend gleich, die letzte Zeile bleibt lediglich leer. Alternativ können Screenreader auch eine Sprachausgabe bieten. Gegenüber dem Vorlesen sind Braillezeilen genauer und geben Wort für Wort wieder. Somit kann auch die Rechtschreibung direkt überprüft werden, ohne dass die Sprachausgabe buchstabieren muss. Da Braillezeilen nur in kleinen Stückzahlen hergestellt werden, sind die Produktionskosten entsprechend hoch. Der Anschaffungspreis für eine Zeile, die 80 Zeichen darstellen kann, beträgt ungefähr 10.000 €. Die Kosten hierfür werden in Deutschland bei vorliegender Indikation von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. In Österreich werden die Kosten von den Bundessozialämtern und den Ländern erstattet.” In dem Artikel von Wikipedia, den ich hier auszugsweise zitiert habe, sind auch bildliche Darstellungen von Brailledisplays vorhanden, die Braillezeilen und ihre Funktion anschaulich machen. Da sowohl Braillezeilen als auch die Sprachausgaben, die ebenfalls über die Screenreaderprogramme gesteuert werden, den Inhalt des Computerbildschirms nur auszugsweise darstellen oder vorlesen, kann die Arbeit an Computern für blinde Nutzer effizienter und vereinfacht werden, wenn beide Komponenten zur Verfügung stehen. Brailledisplays für den Arbeitsplatz Blinde können einen Screen Reader und ein Brailledisplay für ihren Heimarbeitsplatz, also für den privaten Bedarf, bei ihrer Krankenkasse beantragen. Wer einen Computer allerdings für seine Arbeit benötigt, muss seinen Antrag bei öffentlichen Trägern wie der Bundesagentur für Arbeit oder auch beim Integrationsfachdienst einreichen. Der Antrag für die Komponenten, die einen Computerarbeitsplatz für einen vollblinden Arbeitnehmer ergänzen, wird durch den Arbeitnehmer gestellt, denn die Hilfsmittel sind für seinen persönlichen Bedarf am Arbeitsplatz bestimmt. Die Verträge, die der Arbeitnehmer mit dem Kostenträger eingeht, sehen häufig vor, dass die Hilfsmittel nach einigen Jahren in den Besitz des Arbeitnehmers übergehen. Auf diese Weise wird die Ausstattung des Arbeitsplatzes, z. B. nach fünf Jahren durch einen Neuantrag aktualisiert. Bevor die elektronischen Hilfsmittel in den Besitz des Arbeitnehmers übergehen, gehören sie offiziell dem Kostenträger. Auch Arbeitsplätze, an denen Vollblinde arbeiten, werden inzwischen auf diese Weise gefördert. Arbeitgeber können Lohnzuschüsse beantragen, wen sie behinderte Arbeitnehmer beschäftigen. Doch wie hoch und für welche Zeit Lohnzuschüsse gewährt werden, ist Sache der Bundesländer und daher nicht bundesweit einheitlich geregelt. Mit Computern oder Notebooks, die um die entsprechenden Hilfsmittel ergänzt werden, arbeiten blinde Arbeitnehmer in den verschiedensten modernen Berufen, z. B. in Callcnetern und Telefonzentralen, als Sachbearbeiter in unterschiedlichen Arbeitsfeldern, als Schreibkräfte, bei Behörden, als Programmierer usw. Liebe Grüße Christiane Quenel Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Braillezeile

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